Basics: Was wird hier eigentlich teurer?
Wenn wir über „RAM-Preise“ sprechen, meinen wir in der Regel DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory), die in Modulen wie DDR4 oder DDR5 auf deinem Mainboard stecken – oder als LPDDR in Notebooks und Smartphones verlötet sind. RAM ist also ein elementarer Bestandteil jedes PCs und Notebooks.
RAM ist im Computer so etwas wie der Kurzzeitspeicher oder Arbeitstisch.
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Programme & Daten, die gerade benutzt werden, landen im RAM: dein Browser, das Spiel, das offene Excel-Dokument usw.
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Prozessor greift extrem schnell auf den RAM zu – viel schneller als auf eine SSD oder Festplatte.
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Wenn du z. B. viele Tabs oder Programme öffnest, braucht dein System mehr RAM, damit alles flüssig läuft.
Die wichtigsten Gründe für den aktuellen RAM-Preisanstieg
KI-Boom & HBM: Ein neuer Großkunde frisst Kapazität
Der wichtigste Treiber sind KI-Rechenzentren: Moderne KI-Beschleuniger (z. B. Nvidia Blackwell/B200-Serie) verwenden HBM (High Bandwidth Memory) – extrem schnelle, gestapelte Speicherchips. Die großen Hersteller verdienen mit HBM und Server-DRAM deutlich mehr Marge als mit PC-RAM. Also wird die Produktion in diesen Bereich geschoben – zu Lasten von Desktop-, Notebook- und Smartphone-RAM.
KI-fähige Smartphones, Notebooks und KI-PCs verwenden mehr RAM als frühere Generationen. Das haben wir dieses Jahr auch gemerkt, denn unsere Zahlen zeigen auch deutlich einen Trend zu mehr RAM. 32 GB sind bei euch aktuell am häufigsten in der Konfiguration und die Tendenz ist steigend.
Ein zusätzlicher Preistreiber: Bewusste Angebotsknappheit nach dem letzten Crash
Nach dem extremen Preisverfall 2022/23 haben die Speicherhersteller gelernt: Lieber weniger liefern und dafür stabilere, höhere Preise verlangen.
Dadurch ist der Markt 2024/25 sehr schnell von „Überangebot“ in ein strukturelles Defizit gekippt – insbesondere, weil HBM und KI-Server schneller gewachsen sind, als viele Analysten ursprünglich erwartet hatten.
Kurz:
Man produziert nicht „so viel wie möglich“, sondern „so viel, wie es für hohe Preise braucht“.
Damit wird klar:
Der aktuelle RAM-Preissprung ist kein isoliertes PC-Problem, sondern trifft das komplette Ökosystem von Smartphone über Notebook bis Server.
Was bedeutet das konkret für dich als Käufer?
Warum dein RAM-Upgrade plötzlich doppelt so viel kostet
Wenn du heute die Preise mit Anfang 2025 oder 2024 vergleichst, können dir zwei Dinge auffallen:
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Gleiche Kapazität, deutlich höherer Preis
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Viele 16- oder 32-GB-DDR5-Kits kosten im Retail inzwischen deutlich mehr als noch im Januar – teilweise sehen wir hier Verdopplungen im Preis im Vergleich zum Sommer.
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Ältere Standards sind nicht mehr „die billige Alternative“
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DDR4 und LPDDR4X, die man früher als günstige Option angesehen hat, können pro Gigabyte inzwischen teurer als moderner DDR5-Speicher sein, weil sie nur noch auf „Restkapazität“ laufen. Sie werden also nicht mehr hergestellt und sind deshalb langsam selten im Markt.
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Ausblick 2026: Entspannung oder bleibt RAM teuer?
Was sagen die Analysten für die kommenden 12–18 Monate?
Mehrere Marktberichte gehen davon aus, dass Speicherpreise mindestens bis Mitte 2026 auf erhöhtem Niveau bleiben und Server-/HBM-Produkte den Markt weiter dominieren; ältere Consumer-Standards wie DDR4 bleiben knapp und damit tendenziell teuer.
Fazit
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RAM ist 2025 teuer, weil du mit KI-Rechenzentren um denselben Produktions-Rohstoff konkurrierst.
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Hersteller schieben Kapazität in hochprofitable HBM- und Server-DDR5-Produkte, während DDR4 und klassische Mobile-DRAM-Varianten knapper und teilweise überproportional teuer werden.
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Marktforscher dokumentieren Preisanstiege von 50 % und mehr allein im Jahr 2025, bei bestimmten DRAM-Typen sogar über 170 % im Vergleich zum Vorjahr.
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Ein Rückkehr zu den „Billig-RAM-Jahren“ ist kurzfristig nicht in Sicht; eher wird der Markt 2026 langsam neu austariert, während KI-Workloads weiter wachsen.
Quellen:
https://www.networkworld.com/article/4093752/server-memory-prices-could-double-by-2026-as-ai-demand-strains-supply.html *25.11.2025
https://www.trendforce.com/presscenter/news/20251029-12758.html *25.11.2025
https://www.trendforce.com/presscenter/news/20240506-12125.html?utm_source=chatgpt.com *25.11.2025